Interview Meditation

Meditationsexperte Markus Dörn im Interview – seine Tipps gegen Stress im Alltag

Ich habe für dich den Meditationsexperten und Blogger Markus Dörn interviewt. Erfahre wie Meditation dir im Alltag nutzen kann, wie sie funktioniert und ob so manches Vorurteil überhaupt wahr ist.

Stell dich bitte kurz vor. Was machst du genau und wobei hilfst du deinen Lesern?

Sehr gerne. Mein Name ist Markus Dörn, ich bin 33 Jahre alt und wohne im schönen Bregenzerwald in Österreich. Hauptberuflich bin ich als Sozialarbeiter tätig. Vor ca. 2 Jahren habe ich die Homepage einfachmeditieren.net gegründet. Dort stelle ich verschiedene Infos und Übungen vor und zeige meinen Lesern, wie sie sich besser entspannen können, wie das Meditieren funktioniert oder wie sie es schaffen achtsamer und gelassener zu werden. Mein Motto lautet dabei „einfach und effektiv“, ich gebe nur die Dinge weiter, die sich als wirkungsvoll und einfach umsetzbar erwiesen haben.

Wie kam es dazu, dass du dich ausgerechnet mit Meditation beschäftigst? Was hast du vorher gemacht?

Mit Meditation beschäftige ich mich mittlerweile seit ca. 6 Jahren. Ich habe einfach gemerkt, dass mir im Leben etwas fehlte und ich mich immer sehr gehetzt und getrieben fühlte. Ich war ständig nervös und aufgewühlt und bekam dann auch Magenprobleme, wo die Ursache ganz klar stressbedingt war. Ich suchte dann nach Möglichkeiten, um zu entspannen und bin dabei auch immer wieder auf die Meditation gestoßen. Ich habe sehr viele Entspannungstechniken ausprobiert, bin dann aber schlussendlich bei der Meditation hängen geblieben. Kurz gesagt, ich suchte nach Entspannung und Entschleunigung und wollte achtsamer werden, all das hat mir die Meditation ermöglicht.

Hast du ein großes Vorbild? Wenn ja, warum ausgerechnet dieses?

Ich habe nicht direkt ein Vorbild, aber es gibt schon einige Leute, die ich neben meinen Eltern als Inspiration sehe. Hauptsächlich sind das die großen Meister der Meditation und Achtsamkeit wie Osho oder Eckhart Tolle. Ihre Texte wirken für mich bodenständig und praxisnah, wenn man ihre Bücher liest, bekommt man direkt Lust zu meditieren. Sie schaffen es komplizierte Inhalte einfach zu vermitteln, sodass der Funke direkt überspringt und man die Leidenschaft förmlich spürt.

Was bedeutet Meditation für dich persönlich?

Meditation ist für mich eine kleine Auszeit vom Alltag. Ich kann die Gedanken für kurze Zeit ausschalten und einfach nur sein, ohne etwas tun zu müssen. Meditation hilft mir zu entspannen und mich zu sammeln. Zudem kann ich negative Angewohnheiten und Gedankengänge leichter erkennen und loswerden. Durch die Meditation erschaffe ich mir einen Ausgleich und kann gleichzeitig meinen Geist und Körper regenerieren, aber sie hilft mir auch dabei, im Alltag bewusster und achtsamer mit mir selbst und anderen umzugehen.

Was ist es an der Meditation das dich so begeistert? Was ist das Besondere daran?

Ich bin jemand, der es gerne einfach und praktisch mag, ich suche nach Methoden, mit denen ich direkt loslegen kann, ohne dass ich zuerst 1000 Bücher dazu lesen muss. Meine erste Meditation bestand darin, dass ich einfach jeden Tag 10 Minuten im Schneidersitz gesessen bin und meinen Atem beobachtet habe. Und das war´s auch schon. Natürlich gibt es unzählige Techniken, Körperhaltungen und Variationen, aber im Grunde brauchst du das alles nicht. Und das ist das Schöne an der Meditation. Du brauchst keine Vorkenntnisse, sondern nur ein bisschen Zeit und deinen Atem. Du kannst sie ganz deinen Bedürfnissen anpassen und immer und überall anwenden. Wichtig ist nur, dass du jede Meditation als neue Erfahrung betrachtest und dir bewusst bist, dass du dabei absolut nichts falsch machen kannst.

Wenn sich jetzt jemand dazu entscheiden möchte mit der Meditation anzufangen, was könnte er davon erwarten? Wofür ist das gut?

Meditation hat sehr viele positive Auswirkungen auf den Körper und Geist, die auch wissenschaftlich belegt sind.

Zum Beispiel:

  • Deine Schlafqualität verbessert sich
  • Dein Immunsystem wird gestärkt
  • Der Blutdruck verringert sich
  • Du kannst Ängste, Sorgen und negative Gedanken loslassen
  • Du findest zu deiner wahren Natur
  • Du wirst gelassener und lockerer
  • Du begegnest anderen einfühlsamer und wohlwollender
  • Du wirst widerstandsfähiger gegen Stress
  • Du kannst Schmerzen lindern
  • Du förderst deine Kreativität und Lernleistung usw.

Allerdings spielt dabei auch die Erwartungshaltung eine wichtige Rolle. Du solltest nicht gleich Wunder erwarten, Veränderung braucht Zeit, vertraue einfach dem Prozess. Wenn du dir gleich nach der ersten Woche des Übens erhoffst, dass sich dein Leben direkt um 180 Grad dreht, stehst du dir nur selbst im Weg. Damit baust du eine Erwartungshaltung und einen Druck auf und das ist nicht der Sinn der Meditation. Lass dich einfach darauf ein und begegne jeder Meditation mit so viel Neugier, als wäre es die Erste. Dann werden die positiven Veränderungen mit der Zeit ganz von selbst eintreten.

Gibt es Vorurteile über das Meditieren, die du so gar nicht bestätigen kannst?

Ja, da gibt es so einige. Viele sind der Meinung, dass man beim Meditieren stundenlang im Lotussitz ausharren muss und dabei „om“ brummt. Oder, dass man eine besonders spirituelle oder esoterische Ader haben muss, um zu meditieren. Oder das man zwingend Buddhist sein muss …

Aber so ist es zum Glück nicht, jeder kann meditieren!

Meditation ist an keine Vorgaben gebunden, wenn du etwas ganz bewusst machst und dich voll und ganz auf eine Sache konzentrierst, dann meditierst du. Dabei ist es völlig egal, welcher Religion du angehörst, welche Körperhaltung du einnimmst oder welche Technik du verwendest.

Wenn du meinen Lesern nur einen einzigen Tipp geben könntest, welcher wäre das?

Wenn du etwas Gutes für dein Wohlbefinden und deine Gesundheit unternehmen willst, beginne zu meditieren. Alle Bereiche deines Lebens werden davon profitieren. 10 Minuten am Tag genügen bereits. Suche dir dazu ein schönes Plätzchen aus, wo du nicht gestört wirst, mach es dir bequem und konzentriere dich darauf, wie dein Atem über deine Nase ein- und wieder ausströmt. Wenn du in Gedanken abschweifst, kehrst du mit deiner Aufmerksamkeit einfach wieder geduldig zum Atem zurück. Nimm dir täglich diese 10 Minuten Auszeit und beginne am besten gleich heute damit.

Ich danke dir Markus, für diese Einblicke in die Welt der Meditation.

Wie stehst du zur Meditation? Konnten wir mit ein paar Vorurteilen aufräumen? Schreib es in die Kommentare, ich bin gespannt.

Sei du selbst und geh deinen Weg!


Markus DörnMarkus Dörn stellt seine Tipps zum Meditieren und den Umgang
mit Stress im Alltag auf seiner Webseite einfachmeditieren.net
zur Verfügung.
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für dich nutzen kannst.

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Kommentar

Valentin | am 22.April 2018 um 20:14 Uhr

Hey Christina und Markus,

cooles Interview, hätte ruhig etwas länger sein können!
Ich meditiere selbst seit knapp einem Jahr aktiv und kann allem zustimmen, was Markus sagt. Anfangs dachte ich selbst, Meditation sei irgendetwas, was man alleine in seinem stillen Kämmerlein macht und dabei möglichst abgeschottet von der Welt ist. Die „klassische“ Meditation im sitzen und mit geschlossenen Augen liebe ich zwar nach wie vor, aber diesen Zustand in den Alltag zu integrieren ist ja das eigentliche „Ziel“.
Meditation ist für mich nichts anderes als bewusst im gegenwärtigen Moment zu sein, und das kann man auch super im Alltag üben. Sei es beim Essen, beim Spazieren, oder während man vor seinem Laptop sitzt und in die Tasten tippt. 😛
Neben Osho und Tolle finde ich übrigens die Bücher von Jiddu Krishnamurti extrem gut. Unbedingt mal anschauen. 🙂

Liebe Grüße,
Valentin

Christina Schindler | am 30.April 2018 um 15:06 Uhr

Hi Valentin,

schön dass du auch so tolle Erfahrungen gemacht hast und vielen Dank für deine Einblicke.

Alles Liebe,
deine Tina

Markus | am 9.Mai 2018 um 14:12 Uhr

Hi Valentin,

danke für das Kompliment, freut mich, dass dir das Interview gefällt.

Lg,
Markus

Berndt Kühnel | am 8.Juni 2019 um 19:42 Uhr

Lieber Herr Dörn,

Ihre Anleitungen und Erklärung zur Meditation finde ich hervorragend. Als Psychotherapeut mit Mediationserfahrung versuche ich ja auch, Menschen zur Meditation und zu mehr Achtsamkeit im Umgang mit sich sich selbst und den anderen anzuregen. Ich weiß aus eigeneer Erfahrung, wie die tägliche Praxis hilft. Da kann ich mir einige Übungen von Ihnen abschauen.

Liebe Grüße
Berndt Kühnel

Christina Schindler | am 11.Juni 2019 um 09:39 Uhr

Hi Berndt,

schön, dass du etwas für dich mitnehmen konntest.

Alles Liebe,
deine Tina